Malen - warum nicht?

Zuerst die Wahrheit: Hier gibt es keinen Zeichenunterricht. Doch benötigt ihr auch keine Vorkenntnisse, und wenn ihr fertig seid, fällt kein Urteil – jedenfalls kein negatives.

Vielleicht ist es zunächst mal so: Ihr würdet zwar gerne malen wollen, aber leider – könnt ihr das nicht. Nur: Wir können hier sowieso alle nicht malen. Wir machen es trotzdem. Ich baue euch eine Tafel mit Malutensilien und einigen Inspirationen auf, und wenn ihr euch dazu setzt, wartet statt eines vollen Tellers ein leeres Blatt auf euch. Ihr könnt euer Essen darauf malen, oder was anderes. Wenn ihr keinen Anfang findet, finden wir gemeinsam einen. Ich male dann Schritt für Schritt etwas mit euch zusammen, ohne Superplan, aber mit Lust und mit demselben Recht auf Umwege wie alle anderen.

Manch einer erlebt neu, wie es war, sich als Kind vor ein leeres Blatt gesetzt zu haben, andere machen diese Erfahrung sogar zum ersten Mal. Wieder andere scheinen längst begriffen zu haben, dass ihre Versuche nicht der Rede wert sind – und hoffen trotzdem, dass es wenigstens Spaß macht.

Einige kommen auch mit Übung an den Tisch. Eine ehemalige Teilnehmerin schrieb mir nach einer Malstunde: "Ich habe Architektur studiert und früher Architekturskizzen angefertigt, aber dies ist das erste Mal, dass ich von der Norm abgewichen bin."

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